Allgemein, Bali
Kommentare 16

Blackout – Gili Air geizt mit Strom

Sonnenuntergang Gili Air hinter Palmen

[nerdcel]: Wir sind inzwischen auf den sehr übersichtlichen Gili Islands angekommen, genauer gesagt auf Gili Air. Zuvor haben wir einen kleinen Zwischenstopp in Sanur, einem in der Nebensaison ziemlich verlassenen Örtchen, eingelegt.

image

Die Überfahrt nach Gili Air war dank unserer Gastmutter Sarah problemlos und zudem durch ihre Connections zu den örtlichen Mitarbeitern einer Überfahrtorganisation, einen Tick günstiger als für „Normalsterbliche“.

Der Speedboat Trip war ein 1,5 stündiger Ritt auf dem Balisee nach Gili Trawangan mit anschließendem Transfer nach Gili A. Zuvor mussten wir aber eine abenteuerliche Minivanfahrt von Sanur nach Padangbai auf uns nehmen. Mein persönliches Highlight: Vollbremsung in eine 5-reihige Benzintransporter-Kolonne mit anschließendem Überholmanöver, bergab in einer uneinsehbaren Kurve. Der Rest des Trips war eher ruhig.

Auf Gili A angekommen, mussten wir uns zunächst einmal orientieren und den richtigen Weg ins „Landesinnere“ finden. Wir hätten zwar die Möglichkeit gehabt, uns mit einer Kutsche bis zu unserer Bleibe chauffieren zu lassen, angesichts der „Größe“ dieser Insel schien uns das aber doch etwas zu dekadent. Das wäre wie 1 Minute mit dem Roller zum nächsten Kiosk zu fahren. Was wir übrigens in Sanur miterleben durften, obwohl hier Minute die falsche Einheit wäre. Sekunde trifft es fast besser.

Im Kontrast zu unserer Luxusbude in Sanur, erscheint unsere Unterkunft im ersten Augenblick wie ein kleines Dritte Welt Dorf. Wellblechdächer, Bambushütten, kaum befestigte Straßen, kein Pool, kalte Dusche und Ameisen-, Gecko- und Käfer-Geräusche von allen Seiten. Aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fühlt es sich authentisch und genau richtig für uns an. Es braucht einfach nur ein bisschen, bis sich der verwöhnte weiße Mann aus dem Westen hier wohl fühlt und dann kann man total relaxen. Über die Kakerlake zur Begrüßung können wir leicht hinweg sehen. Die hat längst das Zeitliche gesegnet und leistete bei Entfernung damit keinen Widerstand mehr.

Tote Kakerlake auf Gili Air

Da im Abstand von gut 2-3 Stunden der Strom aussetzt und zwischenzeitlich nur durch einen lauten Dieselgenerator halbwegs aufrecht gehalten wird, ist folglich auch nie konstant Internet verfügbar. Das ist aber ehrlich gesagt gar nicht so schlimm, da wir uns so auf unsere Bücher konzentrieren können, bzw. gezwungen sind an den Strand zu gehen… ;). Außerdem beschert der rhythmische Blackout einen magischen Blick in den Sternenhimmel am Strand von Gili A.

So, und jetzt geht es weiter auf Hotelsuche. Next stop: Ubud oder doch Lembongan oder Nord Bali?

Gili Air Banana Pancake Frühstück

[frauhecht]: Die ersten zwei  Sätze, die wir hier zu hören bekommen: „No internet today, no electricity, maybe later“ und „Mushroom Drink?“.  Ich dachte wir sind extra nach Gili A um nicht an jeder Ecke Pilze angeboten zu bekommen. Einfach Nein sagen und weiter gehen. Auf den Gilis gibt es keine Polizei dafür fruchtbares Pilzland und es scheint bei vielen Backpackern daher ein Mekka für psychedelische Grenzerfahrungen zu sein. Wir sind zu alt dafür, die Erfahrung machen wir vielleicht in einem anderen Leben.

Dass der Strom regelmäßig ausfällt ist eigentlich nicht weiter tragisch, es ist eigentlich wunderschön nur bei Kerzenlicht am Stand zu sitzen. Zum Sunset Beach müssen wir allerdings leider quer über die Insel. Wer meine Schlangenphobie kennt, wird sich in etwa vorstellen können, wie Marcel und ich laut stampfend mit einer iPhone Taschenlampe bewaffnet im Entenmarsch über die Feldwege wandern. Und obwohl die Insel kleiner ist als Sendling, verlaufen wir uns eigentlich ständig.

Heiß ist es hier, verdammt heiß. Es ist kurz vor der Regenzeit und damit sind die heißesten Wochen auf Bali und Lombok angebrochen. Ein kurzes Sonnenbad am Strand führte dazu, dass ich Ibuprofen zum Einschlafen nehme und im Minutentakt die Beine mit Aloe Vera eincremen muss. Verdammte Käsehaut, kannst du nicht ein wenig unempfindlicher sein?

Morgens werden wir von Hähnen geweckt, die sich im ganzen Dorf einen 2-stündigen Wettkampf liefern wer am lautesten ist. Danach gesellt sich der Muezzin dazu … und gewinnt.

Ins Wasser gehen wir übrigens nicht. Neben scharfkantigen Korallen hat uns das Internet vor giftigen Wasserschlangen gewarnt. Meine stundenlangen Recherchen und unzählige YouTube Videos sagen zwar, dass die sehr scheu sind und anatomisch Menschen nicht gut beißen können, aber das schützt mich nicht vor einem Herzinfarkt. Wenn der Blogpost fertig ist, google ich gleich „Wie wird man eine Schlangenphobie los“ und hoffe, dass es Tabletten dagegen gibt.

Wie lang wir hier noch bleiben wissen wir nicht. Langsam kommen wir wirklich zur Ruhe im Gegensatz zu dem erstem Tagen auf Bali. Reizüberflutete Internet-Menschen zu entschleunigen ist eine echte Hürde, die wir fast gemeistert haben.

Muschel Malerei Gili Air

 

image

 

Gili Air Sunset

16 Kommentare

  1. Monika Mama sagt

    Tolle Berichte ich sitze hier und grins mir eins. Aber diese Erfahrungen kann euch keiner nehmen. Der Cappu und das Omlette sieht lecker aus, das mit „das Auge ist mit“ haben die Insulaner aber gut drauf. Gegen die Wasserschlangen hilft vielleicht ein Tauchanzug??:-)
    Wie groß war eigentlich die Kakerlake? 8 cm ???
    Freue mich schon auf die anderen „Blogger“
    Gruß Mama

    • Madi sagt

      Mir geht es genau so wie Mama- super Bericht und viel zu lachen – ich habe die Augen geschlossen und mir vorgestellt wie ihr nachts durch die Felder trampelt … Da bräuchtet ihr mich.. Mama sagt ja immer „trampelt nicht so beim laufen…

  2. Manuel sagt

    Hey ihr zwei,
    wirklich tolle Berichte über eure Reise. Mit den Wasserschlangen würde ich auch nicht klar kommen. Auch wenn dieses „Internet“ sagt, dass die Menschen gar nicht so appetitlich finden…
    Das Essen sieht echt lecker aus :) Da kann man gar nicht genug Bilder davon anschauen (Bitte mehr davon!) :)

    Schön, dass ihr jetzt zur Ruhe kommen könnt! Genießt es!

    • frauhecht sagt

      Wir versuchen mehr Bilder zu machen, allerdings ist es tatsächlich nicht so mega gut, das Essen. Die Indonesische Küche ist eher einfach, da gibt es in Thailand deutlich mehr Geschmacksnuancen.

  3. Jana sagt

    Mich würden auch keine 10 Pferde in das Wasser bekommen xD. Kann ich gut verstehen. Sag mal was für Filter benutzt ihr für eure Fotos, oder alles selbstgemacht? ;) Ich find die Farbgebung so toll *.*

    • frauhecht sagt

      Hi Jana, die Bilder sind mit Vsco Cam bearbeitet. Tolle App, die Filter muss man extra kaufen. Die meisten hier sind mit der E-Serie gemacht, ist analogen Filmen nachempfunden. Das Bundle lohnt sich auch, gut investierte 6€.

  4. Sören sagt

    :-D Mehr davon. Am besten täglich. Eure Post erheitern mich immer so schön bei der täglichen tristen Ubahn-Fahrt.

    Gute Zeit noch!

    • frauhecht sagt

      Hui, das ist ein großartiges Kompliment. Mehr schreiben wird schwer. Es gibt einfach zu wenig auf Gili Air, zu wenig Internet, zu wenig Strom, zu wenig Action.

    • Ich habe „leider“ noch keinen gesehen. Aber den Punkt muss ich nicht unbedingt von meiner Liste streichen

  5. Elisabeth sagt

    hi Ihr zwei,
    habe Bettina den Tipp mit den coolen soft-Ohrstöpfeln gegeben, ist bei mir immer ein MUSS, wenn ich verreise.
    Sehr interessant Eure Erlebnis-Berichte, alles möcht ich zwar nicht erleben müssen…
    Schlangen wären auch nicht meine Favoriten.

    Möglicherweise habt ihr grad auch kein Internet, soll es ja tatsächlich noch Flecken auf der Erde geben, wo man NICHT mit der Welt verbunden ist.

    Liebs Grüssle Elisabeth

  6. Andy sagt

    Ich hab ja mal gehört das Kakerlaken am Spieß eine Leibspeise sein soll ;) Gegen die Schlangen gibt’s den gespitzten Ast als Waffe oder ihr lasst euch mac giver mässig was einfallen :)

    Die Beiträge sind wirklich cool und die passenden Bilder ermöglichen einem einen guten Einblick in eure Erlebnisse. Schön zu sehen das ihr den trip genießen könnt trotz Phobien und Sonnenbrand

    • Danke danke. Wir genießen es sehr. Können es nur empfehlen. Wir würden zwar gern mal einen Tag zwischendurch nach Hause kommen, aber das geht wohl nicht.

    • Wir mussten zum Glück nie zum Ast greifen. Die einzige große Spinne die wir gesehen haben war auch nicht in Angriffslaune.
      Wir genießen es noch ne Runde hier.
      Alles gut in BC?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.