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Kleiner Zwischenruf

Wir sind jetzt schon eine ganze Zeit nicht mehr unterwegs und wieder im Arbeitsleben angekommen. Leider vernachlässigen wir dadurch unseren Blog im Moment sehr, obwohl wir noch sehr viel zu berichten hätten.
Damit aber nicht der Eindruck erweckt wird, dass hier gar nichts mehr passieren wird, wollte ich mal einen kleinen Zwischenruf starten.
Wir planen auch schon wieder eine kleine neue Tour, sind uns aber noch nicht sicher wohin es gehen soll.
Zur Auswahl stehen: New York (again), Schottland/Irland, Italien

Ich hoffe, dass wir es möglichst bald schaffen, unsere schon zum Teil vorbereiteten Artikel zu veröffentlichen, auch wenn das zu berichtende inzwischen alter Käse ist. Aber vielleicht interessiert es ja doch den ein oder anderen was wir noch so auf unserer Reise erlebt haben.

Bali – ein Nachtrag

Nach 16 Stunden Stop-Over in Bali, sitzen wir endlich im Flieger nach Singapur. Endlich raus aus der verpesteten Plastikhölle, dem australischen Surfermallorca. Nochmal hier her zu kommen war schlichtweg dumm. Bali ist weit weg davon ein Urlaubsparadies zu sein, das können wir nach 5 Wochen Neuseeland mit Sicherheit sagen. Warum ihr euch den Urlaub auf Bali erstmal sparen könnt, so lange hier nicht dramatische Veränderungen geschehen? Hier ein paar völlig subjektiv empfundene Punkte:

1. Die Einreise

Mit ausgefüllten Immigration und Declaration Zetteln geht es in die Visum-Schlange. 455.000 Rupien (35 USD) kostet das 30 Tage Visum für die meisten westlichen Länder. Ok, jedem Land seine eigenen Regeln, aber was mit diesen Gebühren finanziert wird oder wer davon profitiert ist meinem politisch ungebildeten Köpfchen schleierhaft. Je nach dem, wie viele Urlaubsbomber gerade auf dem Rollfeld angekommen sind, steht man hier zwischen 5 und 30 Minuten. Wer kein Bargeld dabei hat, muss zurück auf Los und kann nach 17 Tastenkombinationen hoffentlich die Rupien aus dem ATM ziehen. Wenn dieses bedruckte Papier für anderes Papier ausgetauscht wurde, geht’s weiter zur Einreise. Die Schlange hier ist länger und löst sich langsamer auf als die erste. Schneller als 45 min kamen wir hier nicht raus. Es ist heiß dort, es gibt keinen Getränkeautomaten, nur heulende Kinder und die Tristesse eines 70er Jahre alten Flughafens mit vergilbtem Teppichboden.

Wenn es dann der Einreisebeamte geschafft hat, deine Papiere zu stempeln während er dich dabei komplett ignoriert, darfst du weiter zum Gepäckband, wo dein Koffer nicht mehr ist. Während du auf Stempel gewartet hast, hat dieser fleißig 40 Runden gedreht und wurde dann an den Rand geräumt, wo er mit anderen Koffern auf dich wartet. Manchmal wartet ein hartnäckiger Kofferträger neben deinem Koffer schon auf dich, der ihn dir dann zum Taxi tragen möchte, für weiteres bedrucktes Papier versteht sich. Du wimmelst ihn freundlich ab. Früher, so erzählt man sich, kam jeder von außen bis zum Kofferband rein und zahlreiche Koffer wurden um ihre Wertgegenstände erleichtert. Mittlerweile gibt es Absperrungen und so empfangen die mindestens 143 Fahrer die Touristen mit Zurufen nach dem diese durch das balinesische Zoll-Äquivalent durch sind. Vor der Absperrung auf der linken Seite ist ein kleiner Taxistand, der laut Internet faire Fahrten mit fixen Preisen vermittelt. Der ist aber so klein, dass er (wie in unserem Fall) leicht übersehen wird und man draußen einen der aufdringlichen Fahrer nehmen muss, bzw. kann. Wir sind zweimal den Weg zwischen Hotel und Flughafen zu Fuß gegangen. Nördlich vom Flughafen war das auch kein Problem. Zu Fuß in den Süden kommt man aber nicht ohne gefährliche Wanderungen an und über die 3,5-spurige, vollgestopfte „Autobahn“. Tut das nicht, srsly. Du nimmst also ein Taxi, verhandelst vorher freundlich mit dem Taxifahrer, der dich für nur 300% des eigentlichen Preises und garantiert ohne Taximeter zu deinem Zielort fährt. Damit du glaubst, es wäre ein fairer Preis, fährt er noch zwei bis drei Umwege auf vollgestopfte Straßen, die die eigentlich 20-minütige Fährt auf eine Stunde ausdehnen. Womit wir beim nächsten Punkt wären.

2. Der Verkehr

Man liest ja überall, dass es in asiatische Ländern mehr Verkehr gibt, Verkehrsregeln im Allgemeinen auch nur der Form halber existieren und Staus normal sind. Bali ist hiervon nicht ausgenommen. Grund dafür, die Regierung subventioniert wohl Benzin, vermutlich um die Nachfrage nach einem funktionierenden öffentlichen Nahverkehrssystem nicht aufkommen zu lassen. Zumindest fehlt es an dem gefühlt gänzlich. Es gibt Bushaltestellen, ich habe aber weder jemanden dort warten, noch Busse fahren sehen.

3. Der Müll

Wie schon in einem älteren Artikel erwähnt, ist Bali’s Umgang mit Müll extrem destruktiv. Überall liegt Plastik, was morgens auf großen Bergen verbrannt wird oder direkt im Meer landet. Es stinkt, die Luft bleibt den ganzen Tag trüb. Überhaupt Plastik, alles ist aus Plastik, bunt, leuchtet. In anderen Berichten schreiben Urlauber, die es ins Wasser gewagt haben, dass dort von Nudelpackungen bis Benzinkanistern alles umherschwirrt und sogar Surfer immer mehr behindert.

4. Die Kultur

Außer schönen Stränden und Touri-Tanz Shows hat Bali kulturell tatsächlich weniger zu bieten als gedacht, zumindest haben wir nicht viel davon mitbekommen. Vielleicht waren wir an falschen Orten, aber ich bin mir relativ sicher, dass der Pauschaltourismus alte Traditionen auffrisst.

5. Die Touristenabzocke

Bali’s Hauptwirschaftszweig ist der Tourismus, schnelles Geld lockt hier auch Arbeiter von Nachbarinseln an, zumindest sagt man den Javanesen nach, dass sie besonders abgestumpft als Werk gehen. Insgesamt will ja auch jeder hier seinen Teil vom Kuchen abbekommen, sei es der Taxifahrer, der dir von jeder Straßenecke zuruft oder der Plastik-Souvenir-Verkäufer, der dich fast in seinen Laden zerrt. Im Grunde auch völlig fein für mich, dass man Geld zum Leben braucht. Was stört ist die Art wie man behandelt wird. Ich erwarte nicht, dass ich im Urlaub lächelnd mit rotem Teppich empfangen werde, während mein Rücken massiert und die Koffer von einer Entourage getragen werden, das kann ich alles selbst. Aber ich bin ein Mensch, gleich wie der Taxi-Fahrer oder der Souvenir-Verkäufer. Zu beiden bin ich immer freundlich, sage „Hallo“, „Vielen Dank“ und „Nein, danke“. Im Gegenzug erwarte ich ein minimal respektvoller Umgang mit mir als ebensolcher Mensch. Ich möchte nicht 250% mehr für Wasser bezahlen oder wie Vieh auf ein Boot getrieben werden.
Ach und sogar am Flughafen muss man neuerdings nicht nur die Visa-Gebühr bei der Einreise bezahlen, sondern auch eine unerklärliche Flughafengebühr bei der Ausreise. Wohin geht nur das ganze Geld? Zumindest ist das Wifi dort schnell, teilweise.

6. Die Australier

Ich war in meinem Leben nur 6 Stunden in Australien, am Flughafen. Ich kann kein Land pauschal beurteilen, aber die Australier, die nach Bali in den Urlaub fliegen gehen so gar nicht. Echt nicht. Das ist vermutlich ein ähnlicher Schlag wie die Deutschen, die am Ballermann den Eimer Sangria übern Kopf schütten. Die Mandys und Torbens Australiens quasi, nur mit mehr Surfboards und den „coolen“ Klamotten von Billabong. Besoffen auf den Roller steigen sie am Ende, schlafen den Rausch aus und fahren am nächsten Abend wieder in den Potatoe Head Club oder sonstwo in Seminyak. Warum muss man so ein schönes Land wie Australien (zumindest sieht es unfassbar schön aus, wenn man drüber fliegt) verlassen um in das verschmutzte Bali zu fliegen?

7. Die 10.000 anderen indonesischen Inseln

Indonesien ist riesig, es gibt so viele andere Ziele zu entdecken. Flores soll wunderschön sein und weiter Richtung Papua Neu Guinea soll es ruhiger, „ursprünglicher“ werden. Wir kommen vielleicht mal wieder nach Indonesien, Bali aber eher nicht.

8. Die Zukunft

Jedes Jahr kommen genauso viele Touristen nach Bali, wie es dort Einwohner gibt. Es gibt erschreckende Pläne die Visagebühren für Touristen aus Australien und Russland im nächsten Jahr komplett wegfallen zu lassen, um mehr Gäste aus diesen Ländern anzuziehen. Noch mehr. Man kann sich kaum ausmalen, wie es dann an den Stränden von Kuta, Seminyak und Echo Beach aussehen wird, wenn Australier gegen Russen um die Wette trinken um sich danach zu verprügeln (ja, immer schön alles in die Schublade packen, Steffi). Als nächstes schaffen sie vielleicht die Regenzeit ab, wer weiß …

Wir wollen ja irgendwie alle billig verreisen, billig essen, billigst neue Klamotten kaufen aber am Ende zahlen wir auch irgendwie einen Preis dafür…. Wir legen jetzt die Erfahrung ab, lernen daraus und fahren in Zukunft in andere Länder.

 

(Das Titelbild ist nicht besonders hübsch, es ist Müll auf dem Rollfeld. Man macht ja sonst auch immer nur Fotos von hübschen Motiven.)

 

Die Nordinsel Neuseelands – unserere Top 5 Highlights

Vorwort: dieser Eintrag wurde schon vor einigen Tagen geschrieben aber erst jetzt hochgeladen. Grund ist eine Kombination aus Neuseelands Geiz an freiem, schnellem Wifi, der völlig unbrauchbaren WordPress App und verschobenen Prioritäten unsererseits. So gern wir euch ja hier bei Laune halten würden und jede Sekunde mit euch teilen, so wenig Zeit bleibt uns hier dafür. Uns hat die FOMO gepackt und jeder Tag wird gefüllt mit tausend neuen Bildern, die müssen wir erstmal selbst im Kopf verarbeiten und sortieren. Die Südinsel hat unsere Erwartungen weit weit übertroffen. Wie sehr verliebt wir in Berge sind, haben wir erst hier bemerkt. Wie wunderbar dieses Land ist, schreiben wir in den kalten, dunklen Wintermonaten in Deutschland auf, dann haben wir alle was woran wir uns wärmen können (wie bei der Feldmaus Frederick).

Also los: Nach gut 2 Wochen und 3.200 km haben wir die Nordinsel verlassen um die noch schönere Südinsel aufzusaugen. Insgesamt hatten wir den Trip mit 4.000 km kalkuliert, da werden wir wohl gut übers Ziel hinaus schießen. Das resultiert aber letztlich am Ende in Massen mehr an Bildern im Kopf. Ich hab mal gelesen, dass einem Zeit subjektiv länger vor kommt, wenn man viel erlebt. Das Gehirn muss mehr Aufwand betreiben um neue Bilder zu speichern, als alltägliche Vorgänge zu verknüpfen. Der Tag an dem wir dieses wunderbare Land betreten haben, kommt uns tatsächlich so weit weg vor, gleichzeitig rauschen aber die Tage schnell an uns vorbei. Wir haben bereits die Halbzeit der ganzen Reise überschritten und sind noch hungriger auf die Welt als zuvor. Und das ist ein schönes Gefühl. Auf jeden Fall ist es an der Zeit für ein kleines Resümee der Nordinsel in Form der Top 5 Orte, die uneingeschränkt empfehlenswert sind.

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Forgotten World Highway Nordinsel Neuseeland

Platz 5: Forgotten World Highway – einer der ersten Highways durch Neuseeland aus Gründerzeiten und daher teilweise recht abenteuerlich. Fahrzeuge aus früheren Jahren waren deutlich schmaler als unser asiatischer Minivan und von Leitplanken hatte man damals noch wenig gehört. Der Weg schlängelt sich über Grashügel, entlang Flüssen durch den Regenwald und das Hobbit-Hole um zum kleinen Ort Whangamomona zu kommen. Dieser hat sich selbst zur unabhängigen Republik erklärt, man kann Einreisestempel in den Pass bekommen und jährlich wird in den Highland Games der Meister im Gummistiefel-Weitwurf gesucht. Leider regnete es die ganze Fahrt durch, was uns wieder mal den Fernblick auf Vulkane dezent unmöglich machte. Dadurch lag der Fokus eher auf den Bewohnern der Hügel. Mein Versuch eine Ziege zu fangen scheiterte kläglich. Die Biester sind aber auch schnell und zackig unterwegs. Schafe streicheln ging auch nicht. Zusammengefasst: hübsch zu fahren, aber kein fluffiger Streichelzoo.

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Tongariro Alpine Crossing Nordinsel Neuseeland

Platz 4: Tongariro Alpine Crossing ist nicht umsonst Platz 1 der Touristenziele in Neuseeland. Jeder mit dem wir sprechen war dort oder will dort hin. Wir hatten Pech mit dem Wetter, mussten nach 5 von 19 km kehrt machen und kamen nicht in den Genuss von Vulkanseen oder den aktiven Vulkanen selbst. Schon die erste Stunde der Wanderung hat uns überzeugt und für die nächste Neuseelandreise steht der Walk oben auf der To Do Liste.

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Strand Waikawau Coromandel Nordinsel Neuseeland

Platz 3: Die Waikawau Bay wurde nur spontan zum Ziel, weil wir einen Schlafplatz brauchten. Daher ging es zu dieser abgelegenen Bucht auf der Coromandel für die wir 20 km Unsealed Road in Kauf nahmen (Unsere nicht vorhandene Versicherung covert das nämlich auch nicht… aber hey, yolo.). Nach der kalten Dusche am menschenleeren Strand entlang zu gehen, Muscheln zu sammeln, während die Sonne den Himmel in lila taucht war unbeschreiblich. Es hört sich immer etwas esoterisch an von „magisch“ zu sprechen, aber das passt hier genau. Mit den jungfräulichen Neuseeland-Äuglein war diese Bucht für uns magisch.

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Cape Reinga Nordinsel Leuchtturm

Platz 2: Cape Reinga – und auch hier ein Ort den die Natur mit besonders viel Wows und Magie ausgestattet hat. Kein Wunder ist er heilig für die Maōri und Fotomotiv vieler Touristen. Wir haben Leute getroffen, die dort nicht waren oder es nicht auf der Liste hatten. Großer Fehler! Jede Minute Fahrtzeit dort hin ist deutlich besser investiert als nochmal in einen 30-Stunden Flieger um den Globus zu steigen oder Löcher am Hot Water Beach zu buddeln.

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Cape Palliser Nordinsel Neuseeland Leuchtturm

 

Cape Palliser Nordinesl Robben Neuseeland

Platz 1: Hier waren wir uns sofort einig: Cape Palliser am Süd-Ost Ende der Nordinsel war unser überraschendes Highlight. Nicht nur der Leuchtturm und die Robben machen diesen Fleck Erde beeindruckend, viel mehr ist der ganze Weg dort hin Augenfutter vom Feinsten. Kaum Autos, dafür eine Bilderbuch-Küste mit wildem Meer, unbebauten Hügeln, freilaufenden Schafen auf der Straße und Blick bis zu den schneebedeckten Bergen der Südinsel. A Traum.

Neuseeland – Land der platt gefahrenen Tiere

[nerdcel]: Welcome back, liebe Leserinnen und Leser. Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen, das hatte aber mehrere gute Gründe. Zum einen hat sich Steffi beim Versuch einen Käse stehlenden Kiwi zu fangen den großen Zehen gebrochen und wir mussten erstmal das nächste Krankenhaus aufsuchen … Ok, das ist Quatsch, Steffi geht es gut. Der wahre Grund warum wir gerade nichts schreiben ist: Wir sind einfach viel zu sehr geflashed von dieser unfassbar schönen, facettenreichen, weitläufigen Insel. Außerdem sind wir den ganzen Tag nur auf Achse und sind sehr froh Abends einfach nur ins Bett fallen zu können und zu schlafen. Naja, nicht ganz. Erst muss noch recherchiert werden, wo wir am nächsten Tag schlafen wollen und welche Sehenswürdigkeit in Angriff genommen wird. Gottseidank ist Steffi hier ein absoluter Vollprofi und hat immer für alles den richtigen Riecher. Ich bin viel zu sehr überfordert mit dem riesigen Angebot an Attraktionen die es hier gibt. Und da ich es absolut nicht mit Namen habe und hier alle Orte entweder Kawakawa, Kaiwawau, Mamasuchtpapa oder ähnlich heißen, bin ich hier eher nur für’s abnicken und ansteuern per Campervan zuständig. Dafür hasst mich Steffi sicher ein bisschen. Ich versuche das aber mit meinen Campingkochkünsten und unterhaltsamen Fahrweise wieder gut zu machen.

Marcel macht Frühstück

Marcel macht Frühstück

Nun aber zum Anfang unserer Neuseeland Tour. Gestartet sind wir in Auckland, der größten Stadt Neuseeland’s. Hier gab es leider nicht wirklich was zu sehen. Auffällig waren eigentlich nur die „schön“ animierten Fußgängerampeln und das lustige Geräusch das ertönt, wenn von Rot auf Grün geschalten wird. „Piuh, rattattatta rattattatta, …“. Ok.

Auckland

Auckland

Unsere erste Nacht haben wir im Backpacker Hostel „the Attic“ verbracht, bevor wir unseren fahrbaren Schlafplatz von Escape Rentals abholen konnten. Eine kurze Einweisung, 10 Unterschriften wegen Versicherungskram und ein halbes Vermögen leichter befinden wir uns mitten im Linksverkehr der neuseeländischen Straßen in Richtung Norden. Aufgrund der gechillten Art der Neuseeländer fällt der Einstieg in dieses recht ungewohnte Fahrerlebnis aber erstaunlich leicht. Cheers!

Unser Zuhause fur 5 Wochen

Unser Zuhause fur 5 Wochen

Bevor wir unseren Trip aber so richtig starten konnten, haben wir uns zuerst den Van mit lauter Leckereien (Dosenfutter) aus dem Pak’n Save, einem Kik für Essbares, vollgestopft und uns dann Richtung Norden gemacht. Genauer gesagt zur Maitai Bay, 350 Km weit weg. Auf dem Weg dort hin konnten wir neben der wunderschönen Landschaft auch ganze Heere an Schafen und Kühen bestaunen. Leider auch das ein oder andere platt gefahrene Tier. Zum einen traurig, zum anderen aber doch praktisch, da man so, falls eines der exotischen Tiere nicht in freier Wildbahn antreffbar, hier in leicht deformierter Weise betrachtet werden kann … ok, ist traurig, nicht praktisch.

Zwischendurch halten wir an ein paar schönen Aussichtspunkten und schießen mit iPhones bewaffnet ein paar Schnappschüsse von Frodo’s Schrebergarten oder Ferienhaus. Man könnte hier wirklich alle paar Meter stehen bleiben und Bilder schießen oder die Landschaft einfach auf sich wirken lassen, dazu bräuchten wir aber noch ein paar Monate mehr Zeit. Trotzdem versuchen wir alles mitzunehmen was für uns wichtig und interessant erscheint. Unter anderem war das der so mystisch klingende Rainbow Mountain, auf dem wir insgeheim gehofft hatten das ein oder andere Einhorn zu entdecken.

Rainbow Mountain

Rainbow Mountain

Dafür schenkte uns der Berg eine nette Wanderung und einen wunderschönen Ausblick auf Neuseelands Landschaft. Ein weiteres kleines Highlight waren die Redwood Wälder in der Nähe des Sees Taupo.

Redwood

Redwood

Riesiger Redwood

Riesiger Redwood

So. Irgendwie hab ich jetzt gefühlt noch nicht wirklich viel berichtet, aber die liebe frauhecht möchte ja auch noch ein wenig berichten, Beispielsweise über den Käseincident…

Erster Campingplatz

Erster Campingplatz

[frauhecht]: Wir sitzen bei 9 Grad Außentemperatur in unserem Campervan 2 Meter vom Lake Rotorua entfernt, im Hintergund rasselt der Heizlüfter. Es hat fast den ganzen Tag geregnet, gestürmt und gehagelt.
Das war der erste „schlechte“ Tag hier, alle anderen Tage waren bisher großartig ohne zu übertreiben, einfach großartig.
Die erste Nacht haben wir in getrennten Zimmern in einem Backpacker Hostel mit deutschen Abiturienten geschlafen. Die kurze Erkundungstour durch Auckland war ernüchternd. Wir finden keine Fish&Chips, stattdessen gibt es Supermarkt Sushi und warmen Katzenfutter Wrap, was weder satt noch glücklich macht. Wir merken schnell, dass kulinarische Highlights hier ausbleiben werden. Neuseeland ernährt sich scheinbar primär von Kohlehydraten.

Wir überspulen Auckland um ein paar Stunden und befinden uns auf der Straße in den Norden in unserem temporären mobilen Zuhause mit Ziel Cape Reinga. Wie mein zuverlässiger Fahrer schon beschrieben hat, fallen uns schnell die vielen toten Tiere am Straßenrand auf. Alle 10km eine neue unbekannte Art. Den Vogel, der dann einige Stunden später in unserem Kühlergrill hängt, müssen wir nicht googlen, es ist ein Spatz. Von anderen Campern erfahren wir, dass Tiere überfahren ein Volkssport ist, beziehungsweise  die eingeschleppten Tiere zu überfahren.
Die Farben scheinen hier viel intensiver. Mein Fahrer erklärt mir, es läge an der sauberen Luft. Weniger Schmutzpartikel an denen sich das Licht brechen kann, bedeuten ein kräftigeres Grün der Wiesen. image

Wir fahren über die Wilson Bridge und wundern uns, warum selbst eine zwei Meter lange Brücke einen Namen bekommt. Auch jeder Bachlauf wurde hier getauft. Namen sind hier so facettenreich und außergewöhnlich wie die Landschaft.
Je weiter wir in den Norden kommen, desto malerischer wird die Szenerie. Die Kühe scheinen sich extra perfekt aufgestellt zu haben um im hügeligen Grün einen Ausschnitt aus einem Rosamunde Pilcher Film nachspielen zu können.
Unser erstes Nachtlager liegt an einer sehr ruhigen Bucht. Nachts hören wir die Wellen entfernt brechen, morgens soll es unser erstes Camper-Frühstück geben. Wir haben uns nach Bali sehr auf Käse gefreut, wenn auch Luxusgut hier. Im Supermarkt in Auckland haben wir ein paar Scheiben gekauft, den in der Kühlbox verstaut, diese wiederum nachts draußen gelagert, weil es dort kälter war, ohne Deckel. Am nächsten Morgen fehlt der Käse. Wir beschuldigen uns erst gegenseitig, denn Käse verloren oder nachts heimlich gegessen zu haben, dann spekulieren wir auf die Nachbarn in ihrem 8 Meter Luxus Camper. Als wir nach trockenem Toast und bitterem Instant Kaffee den Platz verlassen, lächelt uns eine kleine Amsel zu und um die Ecke suchen zwei Pukekos nach Futter im Gras. Ich bin mir noch sicherer, dass es die Nachbarn waren.

Nächstes Ziel: Cape Reinga
Wir fahren durch krassere Landschaften, manche Ecken erinnern an die Alpen, drei Kurven weiter an Schleswig Holstein und dann gibt es wieder Szenen, die wir fast genauso aus GTA 5 kennen, nur in grüner. (Ich schwöre, wir haben Trevor gesehen auf einem Rasenmäher). Wenn hier plötzlich Flugsaurier über die Insel fliegen würden, käme einem das noch nicht einmal falsch vor.

Cape Reinga ist einer der nördlichsten Punkte und ein Heiliger Ort der Maori. Von hier treten die Seelen nach dem Tod die Reise nach Hawaiki an, in dem sie über die Wurzeln des einsamen Baumes am Felsen gehen. Auch der Baum hat einen Namen: Kahika.

Kahika

Kahika

Auch treffen dort Pazifik und Tasman See türkis sprudelnd aufeinander und allein das ist ein gewaltiges Naturschauspiel, neben der faszinierenden Klippe rechts oder dem 90 Miles Beach mit riesigen Dünen links (als ob eins davon nicht gereicht hätte, ne man bekommt den Mund vor Staunen hier garantiert nicht mehr zu). Obwohl dort viele Menschen sind, strahlt der Ort so viel Ruhe aus, so viel „Ende der Welt“-Gefühl, dass man alles um sich vergessen kann.

Magischer Ort - Tasman See tanz mit Pazifik.

Magischer Ort – Tasman See tanz mit Pazifik.

90 Miles Beach

90 Miles Beach

Weil hinter jeder Kurve noch bessere Orte warten, hetzen wir die ersten Tage zu schnell durch alles durch, tanken jeden Tag und rasen in einer Woche über 2000 Kilometer runter. In Deutschland könnte man die Strecken locker in zwei Tagen schaffen, hier bedeuten aber beispielsweise 22 Kilometer unsealed road 1:15 Fahrtzeit. Für solche Strapazen wird man aber auch entsprechend entlohnt. Unsere Belohnung kam in Form der Waikawa Bay, die wir fast nur für uns hatten. Zwischendurch fahre ich kurz, Marcel navigiert zu spät, wir streiten uns kurz, werden uns einig, dass er der bessere Fahrer und ich der bessere Lotse für die Reise bin.

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Auf dem Weg nach Coromandel und Waikawa Bay bekommen wir endlich die ersehnten Fish&Chips, das Internet meinte, die sind besonders gut in Thames. Der Fisch ist fangfrisch, zart, saftig, die Pommes knusprig, die Portion zu groß und etwas zu einseitig für meinen Geschmack. Aber wenn man das hier so mag, dann soll es so sein.

Fish&Chips in Thames

Fish&Chips in Thames

Laut Internet "not so greasy" - wie fettig die anderen dann wohl sind?

Laut Internet „not so greasy“ – wie fettig die anderen dann wohl sind?

Hier noch ein paar Wegbilder zwischendurch

Coromandel View Point

Coromandel View Point

Schafe auf einer Wiese.

Schafe auf einer Wiese.

Cathedral Cove

Cathedral Cove

Cathedral Cove

Tag 4 unserer Tour führt uns zur Cathedral Cove. Das muss in jedem Reiseführer stehen, vermutlich muss auch jeder Neuseeland Tourist an diesem Strandabschnitt gewesen sein. Definitiv ist die Höhle am Strand beeindruckend und etwas beängstigend zugleich und der Weg dorthin nicht all zu weit.

Hot Water Beach
Unterirdische heiße Ströme fließen hier ins Meer und bei Ebbe kann man sich warme Wasserlöcher in den Sand graben in denen man dann vor sich hin siedet. Das hat sich so ganz gut angehört, da mussten wir nach Cathedral Cove auch hin, liegt auch gleich um die Ecke. Pünktlich 2 Stunden vor Low Tide, so wie es das Internet empfiehlt. Nach 3 Kilometern reihen wir uns in die Blechkolonne der Mietautos und Mietcamper ein und bekommen ein ungutes Gefühl. Als wir auf den Parkplatz biegen sehen wir mit leichtem Entsetzen in 600 Metern Entfernung 100 Köpfe die sich auf einem kleinen Strandabschnitt drängen. Ok, das ist also dieser berühmte Hot Water Beach.

Hot Water Beach - 120 Leute auf 10qm

Hot Water Beach – 120 Leute auf 10qm

Wir überlegen 5 Minuten im Auto ob wir überhaupt aussteigen sollen. Nach so vielen Tagen in denen wir nur den nötigsten Kontakt zu Menschen pflegten, sah das von weitem nicht wirklich erholsam aus. Wir beschließen wenigstens einmal das Spektakel aus der Distanz zu betrachten.

Hot Water Beach - Baden wie die Sardinen

Hot Water Beach – Baden wie die Sardinen

Während wir den Leuten beim Buddeln zusehen überlegen wir, ob sie wohl daheim erzählen wie toll das war und dass man unbedingt hinfahren muss. Wir werden das nicht erzählen. Die warmen Flüsse in Taupo und Rotorua waren beeindruckender und hatten wir für uns allein.
Wir fahren weiter in den Süden, suchen einen Campingplatz in einer alten Goldminen Siedlung, lauschen nachts dem Regen und wandern morgens früh zu den Wentworth Falls. Danach gibt es Baked Beans mit Toast. Warum essen Menschen das eigentlich regelmäßig freiwillig?

Wentworth Falls

Wentworth Falls

Rotorua

Rotorua am nächsten Tag beeindruckt bei Regen wenig. Wir verbringen die Zeit im Supermarkt und der Camping Küche. Rotorua liegt in der Bay of Plenty, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dem dünnsten Stückchen Erde in Neuseeland. Es dampft überall Schwefel aus dem Boden, es gibt heiße Seen und Mud Pools zu bestaunen in der Stadt. Entsprechend unangenehm riecht es streckenweise, besonders im Kuirau Park mitten in der Stadt.

Um Rotorua folgt wieder ein Naturschauspiel dem anderen. Aus den Hamurana Springs kommen pro Stunde 4 Millionen Liter Wasser aus einem 15 Meter tiefen Loch an die Erde. Das Wasser ist davor 70 Jahre durch verschiedene Erdschichten gereist und so unfassbar klar.

Kaltes, klares Wasser.

Kaltes, klares Wasser.

Die Redwoods haben beeindruckende Riesentannen und schöne Wanderwege, trotz Regen ein Erlebnis.

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Am Hot&Cold Stream weiter südlich kommen ein heißer und ein kalter Bach zusammen und man kann sich dort großartig aufwärmen. Vom Rainbow Mountain um die Ecke hat man einen fantastische Blick auf die ganze Gegend. Dort ist es allerdings so zugig, dass wir uns leicht erkälten. Marcel bekommt am Tag darauf Fieber.

Kurz vor Taupo bestaunen wir zwei Wasserfälle, einen natürlichen und einen von Menschenhand gemachten. Letzterer ist etwas gewaltiger. Wenn sich die Schleusen des Aratiatia Stausee alle paar Stunden öffnen wird das kleine Rinnsal binnen Minuten zu einem mächtigen Wasserfall, die Huka Falls weiter südlich sind konstant mächtig und ziemlich überlaufen.

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Nächstes Highlight ist der kostenlose Campingplatz ein paar hundert Meter flussaufwärts. Beim Befahren des Platzes bemerken wir schon viele Locals, die dort das Wochenende einläuten. Wir parken mit etwas Abstand zu einer Gruppe männlicher Halbstarker Anfang 20, die ab und zu Vorbeigehenden Gras oder einen Schluck aus dem Biertrichter anbieten. Einer aus der Gruppe hat besonders viel Testosteron von Mutter Natur geschenkt bekommen (vielleicht auch Alkohol und THC) und musste dies durch Drehen von Donuts auf dem Rasen mit seinem Heckantrieb abbauen. Irgendwie fand er mit seinem Balzversuch aber weder bei den anderen Campern, noch bei der später anrückenden Polizei Anklang und musste sein Auto nach Zeugenverhör an den Abschleppdienst abgeben. Mit einer Tasse Rotwein geniessen wir das Spektakel mit 40 anderen Campern. Festival Feeling kommt fast auf als danach wieder Musik aus den Boxen seiner Freunde ertönt, aber nur fast.

Uuuuund Tschüß - Lake Taupo Parkplatz Neuseeland

Uuuuund Tschüß

Nach dem nächsten Hot Pool am Morgen bekommt Marcel Fieber und wir schlafen den ganzen Tag an einer Bucht. Es regnet sowieso. Die kurze Befürchtung es könnte sich um Dengue Fieber handeln, bewahrheitet sich zum Glück nicht.

Tongariro Alpine Crossing
Wir sind definitiv ein paar Wochen zu früh in Neuseeland, das Wetter ist instabil, viele Ziele fallen daher noch weg. Den Tongariro Alpine Crossing konnten wir gestern nur 5 km von 19 gehen, da weiter oben Minusgrade, kaum Sicht und starker Wind auf uns warteten. Eine Dame vom DOC hat alle Wanderer wieder zurück geschickt. Wir wussten dank Wetterbericht schon 2 Tage vorher, dass das nichts wird und wollten uns nur mal den ersten Teil ansehen. Auch der hat sich schon sehr gelohnt, wenn sich auch die Vulkane in einem Wolkenbett versteckten. Wir wollen in ein paar Tagen auf dem Rückweg von New Plymoth unser Glück von der anderen Seite versuchen. Vielleicht klappt es, ansonsten machen wir diese Tour eben in ein paar Jahren, wenn wir wieder her kommen.

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Wasserfall am Tongariro Crossing in Neuseeland

An diesem Artikel schreiben wir jetzt übrigens auch schon ein paar Tage. Hier fehlt etwas die Zeit und das Datenpaket für viele Einträge und Bilder, sorry. Wir sind noch 6 Tage auf der Nordinsel Neuseelands, dann fahren wir in den Süden. Dort soll es noch kälter sein und es gibt weniger Netzabdeckung. Wir schreiben bald wieder, aber erstmal müssen wir wieder was erleben, auf dem Forgotten World Highway gleich vielleicht, sollte es aufhören zu regnen…

Hakuna Matata – Nusa Lembongan

[frauhecht]: 5 Tage Lembongan gingen so schnell vorbei und wir haben die fast Internet-freie Zeit überlebt, fast sogar genossen. Die Überfahrt mit Marlin Fastcruises lief zu unserer positiven Überraschung sehr gut. Wir wurden wie Menschen behandelt, bisher hatten wir bei Reisen von Ort zu Ort ja eher das Gefühl, Teil eines Viehtransports zu sein. Auf der Tour nach Lembongan haben wir auch zwei liebreizende Deutsche kennengelernt, die auf der Heimreise von einem Jahr Australien waren.

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Unser Secret Garden Bungalow war die billigste Unterkunft, die wir hier in Indonesien hatten und zugleich die charmanteste im Gesamtpaket. Der Schimmel oder/und die Algen im Bad waren ein kleiner Downer, die Hängematte und das runde Bett glichen es wieder aus. Leider gab es kein Moskito-Netz und die kleinen Biester sind auf Lembongan besonders zahlreich anzutreffen. Jede Nacht gibt es 15 neue Stiche trotz teurem Tropen-Mückenschutz. Auch das billige aus Thailand hilft null und das organische, kaltgepresste Bali-Kokosöl belächeln die Blutsauger nur müde. Sie finden auf jeden Fall den Quadratmillimeter hinten am Knie oder zwischen den Zehen an dem kein Repellent ist. Es gibt Studien, dass Blutgruppe 0+ besonders häufig zum Opfer wird.
$$$ Jackpot $$$
Zum Glück ist hier kein Gebiet für Malaria, für Dengue Fieber leider schon. Die Deutschen, die wir getroffen haben, mussten leider 3 Wochen in Ubud bleiben, weil er Dengue bekommen hat, nachdem beide dort einen schlimmen Roller-Unfall hatten. Ziemliches Pech für beide.

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Wir haben uns auch endlich auf einen Roller gewagt und die Insel, viele Buchten und wackelige Brücken erkundet. Nach 3 Stunden hat man auch schon das Meiste gesehen. Nusa Lembongan liegt direkt neben Nusa Ceningan. Die Inseln sind mit einer schmalen Brücke verbunden.

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Ceningan hat die spektakuläreren Buchten wie Blue Lagoon, Lembongan dafür mehr Leben. Im Meer schwimmen ist eigentlich kaum möglich. Am größten Strand ist alles voller Seaweed Feldern, an den anderen entweder die Strömung zu stark oder zu viele Boote. Das Haupteinkommen der Inseln ist neben dem Tourismus noch der Anbau von Algen, die dann in Gesichtscremes & Sushi kommen.

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Wir haben die Zeit eher im Pool verbracht oder im Eco Deli bei überteuertem Öko-Futter aber entspannter Location und Wifi.

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Ich hab mir auch in einem übermotivierten Moment eine 5er Karte fürs Yoga gekauft und direkt in der nächsten 8 Uhr Session bereut. Bei 30 Grad kann man das eher mit Bikram Yoga betiteln als Hatha. Ich schwitze hier so viel … sorry, das musste auch mal gesagt werden. Vier Hatha und eine Yin Session später bin ich aber eigentlich ganz froh den Schweinehund morgens wachgerüttelt bekommen zu haben während Marcel in der Hängematte lag.

Aus Ermangelung an Alternativen, haben wir fast jeden Abend im Kino-Restaurant verbracht und Disney Filme geschaut. Highlight für mich: König der Löwen.

Den letzen Tag haben wir in Kuta verbracht. Das ist eher ein unnötiger Ort mit großen Resorts und Malls. Weil wir überhaupt nichts brauchen und niemanden mit billigen Souvenirs beschenken wollen, sind wir gestern einfach den Strand entlang gewandert und kamen fast bis zum Echo Beach, unserem ersten Stop hier. Das ist noch näher als gedacht, der Taxi Fahrer hat uns echt schön verarscht… Wenn wir den nachher am Flughafen wieder treffen… dann ist es jetzt auch egal. Wir freuen uns so tierisch auf Neuseeland und Freiheit, dass könnt ihr nicht glauben. Ein eigenes Auto ist so viel besser als Taxi!

3 Woche Bali sind jedenfalls jetzt um. Es war schön, am schönsten war es von einer anderen Insel auf Bali zu schauen ;). Wir haben ein wenig Ruhe gefunden, haben trotzdem viel gesehen und kommen sicher mal wieder her.

(Dieser Blogeintrag ist vermutlich nicht besonders unterhaltend, die Temperatur lässt uns nicht mehr bessendes gut denken. Wir sind eher schwitzende Zombies im Moment)

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[nerdcel]: Ich könnte jetzt noch meinen Senf dazu geben, wie ich die Zeit hier empfunden habe, aber eigentlich hat meine fleißige Begleiterin schon alles gesagt, was gesagt werden muss/kann.

Dennoch: mein persönlicher Eindruck von Lembongan ist sehr positiv. Hier ist die Zeit stellenweise stehengeblieben, was schön ist aber es gibt zum Beispiel auch Raw Food und nicht nur Nasi Goreng in 10 verschiedenen Varianten zum Essen. Die Spritztouren mit dem Roller unserer Putzfrau waren absolut fantastisch. Man kann sich kaum freier fühlen als mit seiner Liebsten auf einem Roller die Insel zu erkunden und den erfrischenden Fahrtwind zu spüren, während alle Gliedmaßen in der Sonne verkohlen.

Mir hat es super gefallen und ich hoffe, dass Lembongan in ein paar Jahren immernoch so authentisch und gemütlich ist.

Next Stop: Auckland

Affe am chillen

Wir können hier nicht halten, hier ist Affenland

[nerdcel]: Raus aus unserem idyllischen Wohlfühlort Gili, rein in den hektischen Alltag auf Bali. Dort, wo Touristen als laufende Geldbeutel gesehen und mit einer äußerst ausgefallen Technik mürbe gemacht werden. Es gilt seinem ins Visier genommenen Opfer immer und immer wieder die gleiche Frage zu stellen, um in einem Moment der Schwäche zuzuschlagen. Hier ein paar Regeln, die mir bisher aufgefallen sind.

Reisfeld in Ubud

Regel Nr. 1: Stelle dich am Ausgang eines Transportmittels, sei es Taxi, Boot oder Flugzeug, direkt vor den Ausgang/Tür und biete deinen Service an während du demonstrativ den Weg versperrst. Nimm am Besten deine ganzen Freunde mit und akzeptiere nur ein „Ja“ als Antwort, sonst nichts.

Zwei Affen in der Hitze

Regel Nr. 2: Um deine Ware an den Mann zu bringen, frage so lange nach ob Bedarf an deinen Diensten besteht, bis dein Opfer aus den Ohren blutet oder so viel Mittleid erzeugt wurde, dass deine Ware schließlich gekauft wird. Schrecke dabei nicht zurück in fremde Autos zu steigen oder so lange an die Scheibe zu klopfen, bis die volle Aufmerksamkeit auf dich gerichtet ist.

Einsame Palme in Ubud

Regel Nr. 3: Setze deine Kundschaft immer dort ab, wo ein befreundetes Unternehmen sofort mit der Kundenbetreuung weitermachen kann. Vergiss nicht über Los zu gehen und sacke deine wohlverdiente Provision ein.

Reisfeld in Ubud

Ok, das klingt jetzt vielleicht alles etwas überzogen und gemein, aber nach einer Woche Tiefentspannung auf unserer kleinen Trauminsel, bin ich leider schon wieder ein bisschen genervt. Aber nur ein bisschen. Eddie, der balinesische Ehemann von unserer Gastmutter Sarah meinte bei unserem letzten Aufenthalt, dass all die „Abzocker“ keine echten Balinesen seien, sondern von Java kommen, da hier das große Geld mit den Touris vermutet wird.

Aber jetzt auch mal was positives. Hier in Ubud ist es sensationell. Es ist eine tolle Stadt mit netten Restaurants, hippen Cafés und schönen Boutiquen. Organic scheint hier total der Renner zu sein und lässt sich mühelos an jeder Ecke finden. Ähnlich wie in Williamsburg, NY.

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Und wenn man ein bisschen mehr Natur und Tempel oder Reisfelder sehen möchte, schlendert man einfach ein paar 100 Meter aus der Stadt hinaus und schaltet ab. Für etwas mehr Action sorgt dann wiederum der Affenwald. Freche Biester, die nur auf eins aus sind: FUTTAAA! Und wenn das vermeintliche Futter wie ein iPhone aussieht, egal. Reinbeißen, mitnehmen und wo anders gegen Futter eintauschen. Sehr clever.

Alleingelassener Affe

Wir trinken jetzt erstmal unseren „cold brew“ und verspeisen genüsslich unseren vegan brownie … nomnom

[frauhecht:] Wir haben die Speedboat-Fahrt überlebt! Sarah hatte uns ja in Sanur ein günstigeres Ticket nach Gili Air organisiert. Die Hinfahrt lief mit dezenter Verspätung einwandfrei. In einer schlaflosen Nacht beging ich aber den großen Fehler, die Schiffsgesellschaft zu googlen. Da kann man stundenlang Horrorgeschichten zu Marina Srikandi lesen, die weit über unfreundlichem Personal hinausgehen. Ich hab mich schon im Meer treiben sehen, stieg entsprechend nervös in das Boot, suchte eine Platz nahe dem Exit und betete zur Sicherheit zu allen Göttern die mir einfielen.

Marina Srikandi speedboat von innen

Zu meiner Verwunderung kamen wir 90 Minuten später heil in Padangbai an, wurden sicher und zentral in Ubud abgeliefert und gingen zu Fuß zum Hotel, wo wir stattdessen leichte Startschwierigkeiten hatten. Dort wartete leider erstmal niemand auf uns außer dem nächsten Highlight auf unserer Besichtigungs-Tour „Balis schönste Baustellen in der Nebensaison“. Diesmal ein Pool, dessen Bauarbeiten wir dann bis zu Ankunft des Besitzers ausgiebig beobachten konnten.

Tanah Semujan Ubud

Was man vielleicht auch mal erwähnen muss ist, dass wir bevor wir uns für ein Hotel entscheiden, so lange recherchieren, bis wir alle Hotels vor Ort kennen, diese verglichen, jede Bewertung gelesen und die Distanzen zu den wichtigsten Attraktionen gecheckt haben. Zumindest fühlt es sich so an. Ich hab noch nie Pauschalurlaub gemacht, kann aber langsam Leute verstehen, die das tun. Damit bleibt vermutlich irgendwie mehr Zeit vom Tag, mehr Zeit für sich, mehr Zeit zum Runterkommen, mehr Zeit. Wir verbringen im Moment fast den ganzen Vormittag damit parallel Hotels und Transport hier auf Bali, die Reiseroute für Neuseeland, Flüge und Aufenthalt in Singapur und Familientrip nach Thailand zu planen. Dabei bleibt dann nicht viel über für den aktuellen Ort und die grausame Internetverbindung tut ihr Übriges dazu. Bilder auf den Blog zu laden macht damit auch stellenweise aggressiv. Beide Themen führen dazu, dass mein Stresslevel auf einem Seismographen bis zu einer guten 7.0 ausschlagen würde.

 

Ubud allerdings bringt einen ganz schnell wieder runter und ich kann nicht mal genau sagen warum. Es gibt noch mehr „Taksi“-Rufe aus allen Ecken, der Verkehr auf den Hauptstraßen ist grausam, die Verkäufer sind aufdringlich, sobald man aber in eine Nebenstraße  einbiegt wird alles ruhiger. Im Hintergrund plätschert immer Wasser, sei es von den Flüssen zwischen den Straßen oder dem Bewässerungssystem der Reisterrassen. Hübsch ist es hier irgendwie. Ubud ist eine reiche Stadt mit großen Tempeln, Kultur, Kunst und dank Räucherstäbchen riecht es überal gutl.

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Ganesha

Da Marcel unbedingt Äffchen sehen wollte, sind wir überhaupt hergekommen. Ubud hat diesen Affenwald für Touris. Unser Hotelbesitzer hat vor 30 Jahren dort Erdnüsse verkauft, damals kamen nur 10 Leute pro Tag, heute sind es über 10.000 im Monat. Und auch hier kann man im Internet unschöne Erlebnisse nachlesen. Bisse sind wohl nicht selten und auf dem Gelände gibt es deshalb auch extra eine Notfall-Station. Nach der Recherche stellen wir uns den Besuch dann so vor wie auf der modernen Wandmalerei im folgenden Bild:

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„Nehmt einfach nichts mit, was aussieht als wäre Essen drin, wie Plastiktüten oder so“, empfiehlt uns unser Gastgeber. Wir lassen entsprechend die Jutebeutel daheim und gehen mit gut verschlossenem Rucksack los, lassen ein paar Makaken vor der Kamera posieren und sind nach gut einer Stunde wieder draußen. Zum Monkey Forrest kann man nicht viel mehr sagen, die Bilder unten können das besser. Das hört sich jetzt auch negativer an als es ist. Es war toll und ihr müsst da auch hin. Besser.


Danach gehen wir mutig einen Pfad entlang der Reisfelder und sehen überraschenderweise keine Schlange. Auch sonst treffen wir keine Kobra im Badezimmer, keine grüne Viper im Affenwald wie meine Recherchen im Internet vorab prophezeit haben. Das einzige was in Ubud an Schlangen erinnert sind meine Beine. Die häuten sich seit Tagen. Schlangen häuten sich wenn sie wachsen, ich glaube das ist bei mir nicht der Fall. Kommt wohl davon, dass sich die Käsehaut beim Einkaufen dachte „ach LSF 30 langt gut“. Dass Bali nahe dem Äquator liegt, die Sonneneinstrahlung damit stärker ist und Bleichgesichter hier Maximalschutz brauchen, hat das Internet vorher nicht erzählt. Man hätte auch auf den gesunden Menschenverstand zurückgreifen können, aber der Konjunktiv ist wie gesagt generell ein schlechter Reisebegleiter…

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Was das Beste an Ubud ist? Das Essen! Nach zwei Wochen mit Reis oder Nudeln, gibt es hier endlich wieder Salat, Gemüse, Green Smoothies, sonstiges raw und organic Futter aus dem eigenen Garten, lokal, regional, nachhaltig. In manchen Restaurants bekommt man Trinkhalme nur auf Nachfrage, in anderen steckt ein Stück hohler Ast im Getränk. Das ist eine schöne Entwicklung hier. Bis vor ein paar Jahrzehnten haben die Balinesen noch von Bananenblättern gegessen und sie danach einfach weggeworfen. Die Blätter und viel mehr wurde gegen Plastik getauscht, die Entsorgungsart blieb die gleiche. So wartet nun beispielsweise beim Blick über eine Brücke in den Flusslauf keine idyllische Natur auf einen, sondern große Müllberge am Ufer. In Ubud haben wir zum ersten Mal gesehen, dass Müll überhaupt ernsthaft gesammelt und streckenweise getrennt wird und es gibt viel weniger Müllfeuer als in Canggu.
Zum Essen auf Bali gibt es nächste Woche einen separaten super spannenden Artikel, vielleicht. Wir müssen jetzt schlafen, morgen geht es nach Lembongan. Mit dem Speedboat. Unser Gastgeber hat das organisiert. Ich hab es gegooglet.

 

Gili Air Sonnenuntergang mit Bali und Trawangnan im Blick

Neues Hobby: Sonnenuntergänge ansabbern auf Gili Air

[frauhecht]: Wir haben ein neues Hobby und das ist Sonnenuntergänge ansabbern. Ein Tag hier schaut für uns exakt so aus: aufstehen, Frühstück auf der Bungalow Terrasse, Eincremen in der Hoffnung wenigstens dieses eine Mal keinen Sonnenbrand zu bekommen, an den Stand liegen, lesen, in einem Strand-Restaurant essen, um die Insel flanieren, einen guten Platz am Sunset Beach ergattern und auf unser Tageshighlight warten, den Sonnenuntergang. Dann sitzen wir da und sind einfach nur sprachlos wie viel Kitsch die Natur in eine Szene packen kann. Am lila farbenen Horizont kann man Mount Agung erahnen, oben am Himmel tritt der Sichelmond auf die Bühne (kopfüber versteht sich, wir sind ja schließlich auf der anderen Seite der Erde) und gleichzeitig glitzern die Wellen des Meeres. Wir wischen uns den Sabber aus den Mundwinkeln und gehen Richtung Bett.  Die Sonnenuntergänge sind hier also fast so schön wie Oktober-Sonnenaufgänge daheim in Tiefenbach, nur wärmer und abends und mit mehr Bier.

Apropos Bier.: Am besten Ort für Sonnenuntergänge hier (Moewie’s Bar) gibt es Bintang Radler und das stellt sich als eines der besten Flaschenradler heraus, die ich bisher getrunken habe. Mittelding aus Gösser und Paulaner Radler und passt perfekt zu Sonnenuntergängen.

Bintang Radler

Ach ja, vor dem Urlaub haben wir uns fest vorgenommen, weniger zu trinken. Das ging den ganzen Flug auch gut, bis wir im Hostel feststellten, dass Bier ’ne Mark und Gin Tonic Drei Mark Fufzig kostet. Der Sonnenuntergang ist mit Bier dreimal so schön und dieses Bintang Radler führt nicht unbedingt dazu, dass wir schnell weniger trinken. Spätestens in Neuseeland wird der Alkohol aber zugunsten des teueren Whale-Watching Trips etwas zurück gehen müssen. Mit zunehmendem Alter sollte man ja auch mal an seine Gesundheit denken…. sagt das Internet.

Heute verlassen wir diese unfassbar erholsame Insel und ziehen weiter nach Ubud. Marcel will Affen sehen und eine Fahrradtour durch die Kobra-verseuchten Reisfelder machen…

[nerdcel]: Nicht nur Sonnenunter sondern auch Sonnenaufgänge, beziehungsweise einen Sonnenaufgang konnten wir hier bestaunen. Und den gibt es dann auf der anderen Seite des kleinen Sandfladen zwischen Lombok und Bali. Dafür mussten wir uns um 5 (fünf!) Uhr aus dem Bett quälen. Ein Vorhaben, das wir beim dritten Anlauf auch endlich meistern konnten. Und was soll ich sagen, es hat sich absolut gelohnt. Gerne würde ich jetzt noch ein schönes Timelapse Video davon präsentieren, aber Schieflage des iPhones beim Aufnehmen und eine langsam am Strand dahinsiechende japanische Familie, die es sich zum Ziel gemacht hat, genau zum richtigen Moment am falschen Ort stehen zu bleiben, lassen eine Veröffentlichung nicht zu…

Zurück im Bungalow versuchen wir uns nochmal aufs Ohr zu legen. Aber das ist bei der Hitze einfach nüscht drin. Und das, obwohl die Sonne erst seit guten 20 Minuten ihre magischen Strahlen aus dem All Richtung Erde befördert. Daher wagen wir Anlauf 2 in der Mission „Neuseelandflug“ (Spoiler: hat immer noch nicht geklappt, danke DKB), um danach mit freiem Kopf unsere Astralkörper zu sonnen. Ja, Astralkörper. Und jetzt Ruhe …

Sarong Gili Air

Typische Touri Szene, die billigen Sarongs sind die Handtücher des Backpackers.

Mit Erreichen von Verbrennungsstufe 6, suchen wir Schutz in einer Strandbar, trinken frischen Saft und Essen irgendwas mit Reis. Herrlich! Der skurrilste Moment war gestern als Fanta 4 mit „Sie ist weg“ aus den Lautsprechern ertönte und im Anschluss das komplette Sarah Conner Album. Zeit für die Flucht auf die andere Seite der Insel, um der Sonne nach dem „guten Morgen“ auch noch eine „gute Nacht“ zu wünschen. Auf dem Weg dort hin, sehen wir noch mehr Baustellen als am Tag zuvor. In der Nebensaison rüstet Gili Air auf (auch direkt neben unserem Bungalow) Ich will gar nicht wissen wie es hier in 5 Jahren aussieht…

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Strand Gili Air

Happy Touris

Happy Touris

*Fehler in Orthographie und Interpunktuation sind ein Stilmittel.

Sonnenuntergang Gili Air hinter Palmen

Blackout – Gili Air geizt mit Strom

[nerdcel]: Wir sind inzwischen auf den sehr übersichtlichen Gili Islands angekommen, genauer gesagt auf Gili Air. Zuvor haben wir einen kleinen Zwischenstopp in Sanur, einem in der Nebensaison ziemlich verlassenen Örtchen, eingelegt.

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Die Überfahrt nach Gili Air war dank unserer Gastmutter Sarah problemlos und zudem durch ihre Connections zu den örtlichen Mitarbeitern einer Überfahrtorganisation, einen Tick günstiger als für „Normalsterbliche“.

Der Speedboat Trip war ein 1,5 stündiger Ritt auf dem Balisee nach Gili Trawangan mit anschließendem Transfer nach Gili A. Zuvor mussten wir aber eine abenteuerliche Minivanfahrt von Sanur nach Padangbai auf uns nehmen. Mein persönliches Highlight: Vollbremsung in eine 5-reihige Benzintransporter-Kolonne mit anschließendem Überholmanöver, bergab in einer uneinsehbaren Kurve. Der Rest des Trips war eher ruhig.

Auf Gili A angekommen, mussten wir uns zunächst einmal orientieren und den richtigen Weg ins „Landesinnere“ finden. Wir hätten zwar die Möglichkeit gehabt, uns mit einer Kutsche bis zu unserer Bleibe chauffieren zu lassen, angesichts der „Größe“ dieser Insel schien uns das aber doch etwas zu dekadent. Das wäre wie 1 Minute mit dem Roller zum nächsten Kiosk zu fahren. Was wir übrigens in Sanur miterleben durften, obwohl hier Minute die falsche Einheit wäre. Sekunde trifft es fast besser.

Im Kontrast zu unserer Luxusbude in Sanur, erscheint unsere Unterkunft im ersten Augenblick wie ein kleines Dritte Welt Dorf. Wellblechdächer, Bambushütten, kaum befestigte Straßen, kein Pool, kalte Dusche und Ameisen-, Gecko- und Käfer-Geräusche von allen Seiten. Aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fühlt es sich authentisch und genau richtig für uns an. Es braucht einfach nur ein bisschen, bis sich der verwöhnte weiße Mann aus dem Westen hier wohl fühlt und dann kann man total relaxen. Über die Kakerlake zur Begrüßung können wir leicht hinweg sehen. Die hat längst das Zeitliche gesegnet und leistete bei Entfernung damit keinen Widerstand mehr.

Tote Kakerlake auf Gili Air

Da im Abstand von gut 2-3 Stunden der Strom aussetzt und zwischenzeitlich nur durch einen lauten Dieselgenerator halbwegs aufrecht gehalten wird, ist folglich auch nie konstant Internet verfügbar. Das ist aber ehrlich gesagt gar nicht so schlimm, da wir uns so auf unsere Bücher konzentrieren können, bzw. gezwungen sind an den Strand zu gehen… ;). Außerdem beschert der rhythmische Blackout einen magischen Blick in den Sternenhimmel am Strand von Gili A.

So, und jetzt geht es weiter auf Hotelsuche. Next stop: Ubud oder doch Lembongan oder Nord Bali?

Gili Air Banana Pancake Frühstück

[frauhecht]: Die ersten zwei  Sätze, die wir hier zu hören bekommen: „No internet today, no electricity, maybe later“ und „Mushroom Drink?“.  Ich dachte wir sind extra nach Gili A um nicht an jeder Ecke Pilze angeboten zu bekommen. Einfach Nein sagen und weiter gehen. Auf den Gilis gibt es keine Polizei dafür fruchtbares Pilzland und es scheint bei vielen Backpackern daher ein Mekka für psychedelische Grenzerfahrungen zu sein. Wir sind zu alt dafür, die Erfahrung machen wir vielleicht in einem anderen Leben.

Dass der Strom regelmäßig ausfällt ist eigentlich nicht weiter tragisch, es ist eigentlich wunderschön nur bei Kerzenlicht am Stand zu sitzen. Zum Sunset Beach müssen wir allerdings leider quer über die Insel. Wer meine Schlangenphobie kennt, wird sich in etwa vorstellen können, wie Marcel und ich laut stampfend mit einer iPhone Taschenlampe bewaffnet im Entenmarsch über die Feldwege wandern. Und obwohl die Insel kleiner ist als Sendling, verlaufen wir uns eigentlich ständig.

Heiß ist es hier, verdammt heiß. Es ist kurz vor der Regenzeit und damit sind die heißesten Wochen auf Bali und Lombok angebrochen. Ein kurzes Sonnenbad am Strand führte dazu, dass ich Ibuprofen zum Einschlafen nehme und im Minutentakt die Beine mit Aloe Vera eincremen muss. Verdammte Käsehaut, kannst du nicht ein wenig unempfindlicher sein?

Morgens werden wir von Hähnen geweckt, die sich im ganzen Dorf einen 2-stündigen Wettkampf liefern wer am lautesten ist. Danach gesellt sich der Muezzin dazu … und gewinnt.

Ins Wasser gehen wir übrigens nicht. Neben scharfkantigen Korallen hat uns das Internet vor giftigen Wasserschlangen gewarnt. Meine stundenlangen Recherchen und unzählige YouTube Videos sagen zwar, dass die sehr scheu sind und anatomisch Menschen nicht gut beißen können, aber das schützt mich nicht vor einem Herzinfarkt. Wenn der Blogpost fertig ist, google ich gleich „Wie wird man eine Schlangenphobie los“ und hoffe, dass es Tabletten dagegen gibt.

Wie lang wir hier noch bleiben wissen wir nicht. Langsam kommen wir wirklich zur Ruhe im Gegensatz zu dem erstem Tagen auf Bali. Reizüberflutete Internet-Menschen zu entschleunigen ist eine echte Hürde, die wir fast gemeistert haben.

Muschel Malerei Gili Air

 

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Gili Air Sunset

Sanur Strand nix los

Sanur – Einhornkotze im Ödland

[frauhecht]: Um Canggu verlassen zu können, muss man ein Taxi der örtlichen Taxi Mafia nehmen. Die haben hier ein Monopol und kein anderer darf dort Gäste transportieren. Na gut, mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt per se das Doppelte zu bezahlen, auch wenn das nicht den besten Eindruck hinterlässt. Wir wollten weg von der Westküste auf nach Lembongan (wo es keine Taxis gibt). Wir suchten eine Unterkunft nahe dam Hafen, damit wir zum Boot laufen konnten anstatt Taxi fahren zu müssen. Es kam aber wieder anders. Bei einer äußerst entzückenden Kanadierin mit deutschen Wurzeln fanden wir Unterschlupf. „Unterschlupf“ ist hier vielleicht nicht der richtige Ausdruck, sie nennt eine 2-Zimmer-Pool-Villa ihr eigen, die zwar keine Hollywood Maßstäbe erreicht, aber für balinesische Verhältnisse eher gehobener Standard sind. Dafür wollte sie bei Airbnb auch einen mickrigen Betrag haben. Wir bekamen Pool, Klimaanlage und großartige Gespräche, Tipps und Hilfe für 23€.

Pool Villa Jenny in Sanur über Airbnb

Sanur also. In diesem „Internet“ wird es als ruhiger Ort mit vielen Luxusresorts beschrieben, das ist falsch. Der Strand von Sanur ist fast ausgestorben. Da sind hier und da ein paar Pärchen und Eltern mit Kindern, Rentner, Holländer, Locals, aber nie mehr als 4. In den Restaurants am Ufer langweilen sich die Angestellten, die Ladenbesitzer gehen verzweifelt am Strand auf Kundenfang. „You come to my store?“ läuft mir eine kleine Balinesin hinterher, als ich „later“ sage, passt sie mich auf dem Rückweg ab -„You promis to come“. Ist das die Nebensaison oder hat Sanur seine besten Zeiten schon hinter sich?

Ödland am Strand von Sanur

Abends gehen wir mit Sarah auf den Nachtmarkt, sie zeigt uns die besten Stände. Wir essen Nudeln, trinken Saft mit Ameisen und bezahlen keine 3€ dafür zusammen. Frische Einhornkotze gibt es dort auch, bestellt wird das unter dem Decknamen „Dragon fruit juice“, aber die Verkäuferin und ich wissen beide, dass das nur eine Verwirrungstaktik ist. Nicht jeder soll diesen köstlichen, neon-pinken Wundertrank zu sich nehmen.

Einhornkotze (wird als Pittahaya Smoothie verkauft)

Wie sich rausstellt kann uns Sarah’s Freund Eddie ein günstigeres Ticket nach Gili besorgen inklusiver kostenloser Abholung zum Hafen in Padangbai. Das machen alle Speedboat Unternehmen so. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns die Taxi-Mafia sparen können. Den Konjunktiv auf Reisen zu benutzen ist aber nicht besonders förderlich für das eigene Glück und außerdem „hätten“ wir dann Sarah und Eddie nicht kennengelernt. Lembongan wird kurzfristig auf später verschoben, auf nach Gili Air.

Palmen in Sanur

 

[nerdcel]: Endlich raus aus diesem Taxi. Wir bezahlen den freundlichen Taxifahrer mit dem zuvor ausgehandelten Preis von 250k IDR. Eingestiegen in den Handel ist er mit 300k, das bedeutet 50k gespart. Da lacht das Schwabenherz und der Taxifahrer innerlich. Er hat immer noch einen fetten Gewinn mit uns machen können. Naja, beim nächsten Mal wirds vielleicht noch besser.

 

Nach dem freundlichen Empfang durch Sarah, packen wir uns jeweils einen Jutebeutel mit etwas Kleingeld, Sonnencreme, Handtüchern und was man sonst noch so brauchen könnte und ziehen los um den Strand von Sanur zu erforschen. Wir haben es damit auch eher eilig, da Sarah gerade anfängt ihr Domizil zu den Klängen von schrecklichem Schranz zu putzen.

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Wir nehmen direkt Kurs auf ein Strandkaffee, das uns von Foursquare angeboten wird. Der Cappuccino sieht lecker aus, kann aber mit dem Edelkaffe aus München oder selbst Starbucks nicht mithalten. Muss er auch nicht. Denn hier zählt der Strand und das feeling und das passt soweit.

Ghostuccino - Cappuccino with Ghost Latte Art

Nach dem Kaffee zieht es uns nördlich den Strand entlang, an dem ich mir einbilde, dass wir für den ein oder anderen Passanten eine kleine Attraktion darstellen. Heimlich machen sie Fotos von uns zwei, da sie scheinbar nicht oft von Besuch aus dem fernen Westen bekommen. Vielleicht haben sie aber auch nur zufällig in unsere Richtung fotografiert und dabei gekichert :)

Der Rest in Sanur ist leider etwas unspektakulär. Auf der Suche nach lokalen Attraktionen, werden wir von Mc Donalds, Starbucks, Pizza Hut und Co geblendet…

Zum Glück kennt sich unsere Gastmutter Sarah in ihrem Viertel wunderbar aus und zeigt uns zusammen mit ihrem Ehemann Eddie den nebenan liegenden Nachtmark, auf dem wir uns auf eine indonesische Nudelsuppe Bakso Ayam einlassen. Absolut lecker!!!

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Nichts tun a.k.a. die totale Langeweile am Echo Beach

[frauhecht]:

Was gut lief bisher: 

  • Um 3 Uhr zum Flughafen mit dem Taxi und den Air Asia Flieger nach Denpasar besteigen.
  • Einen Monster-Sonnenbrand einfangen.
  • Das Hotel – für 30€ pro Nacht ist das beste Hotel in dem wir je waren. Alles neu, alles sauber, alle nett. Frii Echo Beach – solltet ihr mal in der Nähe sein.
  • Essen. Um die Ecke ist ein Organic Raw Food Warung, da gibt es Green-Smoothies, Cheesecake und Rohkost Salat in sehr sehr lecker. Betelnut, geht hin!

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Was weniger gut ging:

  • Einreisen – man kommt sogar schneller in die USA, als nach Bali. 3 Formulare werden ausgefüllt (10min),  dann der erste Versuch das Visum zu bezahlen – sorry Cash only (im Internet stand was anderes) – ATMs sind um die Ecke, aber wie kommt da Geld raus? Neben anderen verzweifelten Backpackern versuchen wir die richtige Tastenkombination herauszufinden. 2 ATMs und 8 verschiedenen Kombinationen später halten wir ein paar Millionen IDR in der Hand (10min), das Visum ist fix bezahlt (2min), ab in die Einreiseschlange und dann merken wir, dass ein Formular zu wenig dabei ist…. Puh….noch eins ausfüllen, Stempel bekommen (60min). Vorbei an den Kofferträgern, raus in die Freiheit…. Oh wait…. Kommen wir zum nächsten Punkt.
  • Taxi fahren: Man wird als Unwissender einfach gnadenlos verarscht, quelle surprise. Und wir sind einfach zu ehrlich, nett oder auch naiv um den Preis auf ein vernünftiges Level zu setzen. Das kommt auf die „Was wir noch lernen müssen“-Liste und ist hoffentlich bald Geschichte. Jedenfalls haben wir für die Fahrt zum Hotel erstmal mehr als das Doppelte bezahlt.
  • Entspannen: Was macht man eigentlich den ganzen Tag auf Reisen? Lesen? Am Strand liegen? Am Pool sonnen? Essen? Alles haben wir erfolglos versucht, uns ist leider irgendwie langweilig. Runterkommen klappt nicht so recht. Vielleicht sind wir einfach keine Strand-Urlauber? Hier am Echo Beach kann man gefühlt zwei Dinge tun: Surfen und Roller fahren. Bloß nach unzähligen Seeschlangen-Internetrecherchen werde ich das Wasser hier nie betreten. Roller fahren? Wir sind doch nicht lebensmüde. Die Straßen sind eng, der Linksverkehr ungewohnt und ich bin noch nie Roller gefahren.
  • Bali toll finden: Wenn man mal genau hinschaut, ist das tatsächlich das wärmere Mallorca für Aussies aber mit mehr Dreck. Müll gibt es hier extrem viel, der liegt überall am Strand, am Straßenrand, im Meer und morgens wird der einfach angezündet. Nicht dass die Luft hier nicht eh schon staubig und trocken genug wäre…

 

2 Tage Echo Beach waren jetzt erstmal genug um Anzukommen, morgen geht’s nach Sanur, dann Gili oder Lembongan. Das soll schöner sein sagt das Internet…

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[nerdcel]: Boss, Taxi? Taxi? Kuta?… Ja ne, is klar. Ich weiß, dass du mich über den Tisch ziehen willst. Geh weg, ich such mir mein eigenes Taxi… Schnitt…

und schon sitzen wir in diesem unglaublich ranzigen Taxi, bei dem ach so freundlichen penetranten Taxi „drängler“. Fahren kann man das nicht mehr nennen. Es ist wie ein Wettrennen der Formel Schrottkarre. Was man als erster gewinnt, keinen blassen Schimmer, aber irgendwas muss es zu gewinnen geben, so wie die hier „fahren“.

Teuer, lange und heiß war die Fahrt. Mit ein bisschen Smalltalk ala: Wo kommt ihr her? Deutschland. $$kling$$, gleich mal 200% Aufschlag in den Preis einrechnen. Naja, aus Fehlern lernt man…ab jetzt sind wir aus Polen oder Kasachstan.

Am Hotel angekommen fühlen wir uns schnell wieder wohl. Abzocke vergessen und nicht den Urlaub versauen lassen. Also erstmal Sachen ablegen und Richtung Strand latschen. Leider ist der ein wenig dreckig, dafür ist der Sand schwarz und höllisch heiß. Daher wohl auch der Name Vulkanstrand.

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Die Wellen hier sind schon beeindruckend. Wenn ich surfen könnte, würde ich mich sofort in die Fluten stürzen und Steffi Kokosnuss schlürfend am Ufer zurücklassen :) Aber dem ist nicht so. Daher teilen wir uns dieses Erlebnis und wehren im Minutentakt die balinesischen Verkaufskünstler ab…

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Ich mag das Essen hier. Es ist lecker, frisch, sehr geschmackvoll und wirkt gesund. Damit kann ich schon mal leben. Auch das Bier, Bintang, eine gute Kopie von Heineken oder einfach eine billigere Tochtergesellschaft.

Morgen geht’s nach Sanur in eine Airbnb Behausung einer Kanadierin. Wir müssen nur noch irgendwie hinkommen. Aber darin sind wir ja jetzt Profis … *lautes Räuspern*

Echo Beach Pool View

Kytsch mit Sonne am Echo Beach

Don Mueang Airport Bangkok

Bangkok – die Stadt aus Beton und Polyester

[frauhecht]: Nachdem uns Oman Air 14 Stunden lang gemästet hat, sind wir heil in Bangkok angekommen – meiner persönlichen Horrorstadt. Zugegeben, viel habe ich noch nicht von der Welt gesehen, aber nach dem letzten Besuch kam es mir vor als wäre hier der Vorhof zur Hölle. Es ist laut, dreckig und stinkt. Damit kann man leben, jede Großstadt ist so. New York ist da auch ganz gut drin. In Bangkok kamen vor 4 Jahren noch diese unmöglichen Touristenfänger hinzu, über die man nicht so einfach hinwegsehen kann. Wir wurden quasi an jeder Straßenecke übers Ohr gehauen. Learning 1 daraus war: kein Hotel in der Nähe dieser grässlichen Kao San Road buchen! Ein Haufen betrunkener Abiturienten und Studenten aus der ganzen Welt ist gefundenes Fressen für alle TukTuk fahren (ja, sorry das ist Schubladendenken, aber TukTuk geht gar nicht).

Heute Nacht schlafen wir im Lub D am Siam Square (weil das so ein Blogger empfohlen hat …das Internet ist Fluch und Segen beim Reisen) und schon nach dem Aussteigen an der BTS Station war alles anders. Es ist laut, es stinkt und es ist dreckig, aber hier am Siam Square zerrt dich kein TukTuk Fahrer zur PingPong Show oder wildfremde Thais versuchen dir subtil eine Rundreise anzudrehen, dich für horende Preise über den Chao Praya zu tuckern oder eine überteuerte Tempeltour zu machen.

Den Nachmittsg haben wir in diversen Beton Shopping Malls verbracht. Die sind riesig und man kann hauptsächlich pinke Plastik- und Polyester-Teile dort kaufen. Wir waren ohne Hunger trotzdem Essen, weil das Internet meinte, ohne diesen Papaya Salat können wir nicht gehen. War auch so, nur höllisch scharf.

Und weil mein lieber Freund Timm meinte, schreibt nicht zu viel und macht mehr Bilder, fasse ich den ersten kurzen Aufenthalt hier so zusammen: Ich werde Bangkok vermutlich nie lieben, aber es ist sehr großartig hier zu sein! Mal sehen wie Bali morgen so ist.

Sandalen in Bangkok

[nerdcel]: Hallo Bangkok!

Es stimmt. Man steigt aus der BTS vom Flughafen nach Bangkok aus, und das Erste was einen umhaut ist nicht die Hitze, sondern der Geruch. Ernsthaft. Es ist eine Mischung aus Krabbenchips, Kot und Abgasen. Aber man gewöhnt sich schnell daran und dann ist es, zumindest für mich, eine tolle neue Erfahrung. Die Stadt ist groß, New York ist das auch, aber hier ist es scheinbar noch fassetenreicher und lauter! Wer schon mal in New York war kann verstehen, was ich meine.

Unser Hotel ist für den Preis ganz gut. Das Zimmer ist mini, es gibt free Wifi und Bier zu einem angenehmen Preis, das reicht uns.

Und obwohl Omal Air offensichtlich versucht hat, uns zu mästen, haben wir uns noch einen Imbiss bei Sumdumdumdidum, oder so ähnlich, gegönnt. Brutalst lecker, geschmacksintensiv und scharf. So kann es weiter gehen.

Morgen steht schon Bali auf dem Plan. Teil 2 der Asienerfahrung, ick freu mir :)

Roller Park

City of concrete - Bangkok BTS line

Ready 4 travelling - Alles was in den Rucksack soll für einen digital Nomaden

Ich packe meinen Rucksack

[nercel]: Gestern ging alles los: Wohnung an die Zwischenmieter übergeben, Rucksack packen. Rucksack wieder auspacken. Neu sortiert nochmal packen. Immer noch zu viel dabei, kurz durchdrehen. Panik. Nochmal neu packen. FREUDE

Es fühlt sich einfach gut an, zu sagen: Wir sind dann mal 3 Monate weg. Entspannen und den Kopf frei kriegen.
Für mich ist das der erste Trip nach Thailand bzw. nach Asien. Mir schießen allerlei Gedanken durch den Kopf, wie die Welt dort drüben wohl sein mag. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und immerhin überwiegt die Freude letztendlich die Ungewissheit.

Deshalb suchen wir uns einfach das nächstgelegene Drive Now und düsen Richtung Flughafen. Richtung Abenteuer. Richtung Ungewissheit… Geil!!!!

Head in the clouds - Mit Oman Air Richtung Bangkok

 

[frauhecht]: „Aaaaaaaaaaahhhhhh – yeaaaaahhhh – aaaahhhhhh – yeahhhhhh“. – die letzten 2 Wochen fuhren meine Gefühle Achterbahn. Das Borderline-Reise-Syndrom – den einen Tag vor Aufregung ganz hibbelig (kann es bitte endlich losgehen), den nächsten super-nervös. Und plötzlich ist der Tag der Abreise da. Viele wichtige Menschen wurden gedrückt. Manche das letze Mal in München, weil sie selbst neue Pfade gehen. In unserer Wohnung wohnt jemand anderes, 20 Kisten unnütze Kleiderschrank-Füller sind im Keller, 5 Shirts im Rucksack und los geht es. Ziel: runterkommen, klarkommen. Auf dem Weg zum Flughafen nochmal realisiert welch wunderbare Zeit auf uns zukommt und schon kullern die Tränen wieder. Es wird großartig, da bin ich sicher!

Abschied nehmen & Heimweh

Familie und Freunde – die ersten Abschiede

Abschied nehmen macht nicht so viel Spaß und ich glaube, wirklich gut darin ist niemand …

„Macht’s gut“, „Viel Spaß“, „Ich bin so neidisch“, „Frohe Weihnachten“, „Guten Rutsch“ … das ist meine persönliche Top 5.

Aber eigentlich, sind wir doch nur 3 Monate weg und es kommt schon mal vor, dass wir ein paar Freunde oder sogar Geschwister für längere Zeit mal nicht sehen, weil wir busy sind oder es nicht auf die Reihe bekommen.

Der Unterschied ist nur; jetzt wissen wir schon mit Sicherheit, dass wir viele unserer Freunde/Kollegen/Familie mindestens 3 Monate nicht sehen werden und schnell mal ein Treffen zwischen rein schieben, weil man sich halt doch vermisst, ist leider nicht…

Hoffentlich lohnt sich der ganze Schmu … man, man, man

Wäre schön auch was von euch zu hören – schreibt uns was in die Kommentare oder über das Kontaktformular.

Seid ihr nervös? – Are you fucking kidding me?


Eigentlich muss man im Moment nicht fragen, ob wir nervös sind, das sieht man an unseren Augenringen oder das merkt man an unserer grenzenlosen Zerstreutheit. Was tun wir da eigentlich? 86 Tage grenzenlose Freiheit und wir haben nichts geplant? Nervös ist gar kein Ausdruck mehr für den Zustand, den wir haben. Es ist PANIK! Verdammt, ich hab mir null Gedanken gemacht, was neben 12 Moskito-Sprays und 3 verschiedenen Lichtschutzfaktoren in den mikroskopisch kleinen 65-Liter-Rucksack soll.

Dafuq, was wollen völlig entscheidungsunfreudige Menschen in Ländern, in denen sie jeden Morgen schon bei der Wahl des Frühstücks völlig überfordert sind? Wollen wir 5 oder 10 Tage an einem Ort bleiben? Verpassen wir etwas, wenn wir zu lange bleiben, oder verpassen wir etwas, wenn wir nicht lange genug bleiben? Und wo schlafen wir eigentlich in einer Woche?