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Sanur – Einhornkotze im Ödland

Sanur Strand nix los

[frauhecht]: Um Canggu verlassen zu können, muss man ein Taxi der örtlichen Taxi Mafia nehmen. Die haben hier ein Monopol und kein anderer darf dort Gäste transportieren. Na gut, mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt per se das Doppelte zu bezahlen, auch wenn das nicht den besten Eindruck hinterlässt. Wir wollten weg von der Westküste auf nach Lembongan (wo es keine Taxis gibt). Wir suchten eine Unterkunft nahe dam Hafen, damit wir zum Boot laufen konnten anstatt Taxi fahren zu müssen. Es kam aber wieder anders. Bei einer äußerst entzückenden Kanadierin mit deutschen Wurzeln fanden wir Unterschlupf. „Unterschlupf“ ist hier vielleicht nicht der richtige Ausdruck, sie nennt eine 2-Zimmer-Pool-Villa ihr eigen, die zwar keine Hollywood Maßstäbe erreicht, aber für balinesische Verhältnisse eher gehobener Standard sind. Dafür wollte sie bei Airbnb auch einen mickrigen Betrag haben. Wir bekamen Pool, Klimaanlage und großartige Gespräche, Tipps und Hilfe für 23€.

Pool Villa Jenny in Sanur über Airbnb

Sanur also. In diesem „Internet“ wird es als ruhiger Ort mit vielen Luxusresorts beschrieben, das ist falsch. Der Strand von Sanur ist fast ausgestorben. Da sind hier und da ein paar Pärchen und Eltern mit Kindern, Rentner, Holländer, Locals, aber nie mehr als 4. In den Restaurants am Ufer langweilen sich die Angestellten, die Ladenbesitzer gehen verzweifelt am Strand auf Kundenfang. „You come to my store?“ läuft mir eine kleine Balinesin hinterher, als ich „later“ sage, passt sie mich auf dem Rückweg ab -„You promis to come“. Ist das die Nebensaison oder hat Sanur seine besten Zeiten schon hinter sich?

Ödland am Strand von Sanur

Abends gehen wir mit Sarah auf den Nachtmarkt, sie zeigt uns die besten Stände. Wir essen Nudeln, trinken Saft mit Ameisen und bezahlen keine 3€ dafür zusammen. Frische Einhornkotze gibt es dort auch, bestellt wird das unter dem Decknamen „Dragon fruit juice“, aber die Verkäuferin und ich wissen beide, dass das nur eine Verwirrungstaktik ist. Nicht jeder soll diesen köstlichen, neon-pinken Wundertrank zu sich nehmen.

Einhornkotze (wird als Pittahaya Smoothie verkauft)

Wie sich rausstellt kann uns Sarah’s Freund Eddie ein günstigeres Ticket nach Gili besorgen inklusiver kostenloser Abholung zum Hafen in Padangbai. Das machen alle Speedboat Unternehmen so. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns die Taxi-Mafia sparen können. Den Konjunktiv auf Reisen zu benutzen ist aber nicht besonders förderlich für das eigene Glück und außerdem „hätten“ wir dann Sarah und Eddie nicht kennengelernt. Lembongan wird kurzfristig auf später verschoben, auf nach Gili Air.

Palmen in Sanur

 

[nerdcel]: Endlich raus aus diesem Taxi. Wir bezahlen den freundlichen Taxifahrer mit dem zuvor ausgehandelten Preis von 250k IDR. Eingestiegen in den Handel ist er mit 300k, das bedeutet 50k gespart. Da lacht das Schwabenherz und der Taxifahrer innerlich. Er hat immer noch einen fetten Gewinn mit uns machen können. Naja, beim nächsten Mal wirds vielleicht noch besser.

 

Nach dem freundlichen Empfang durch Sarah, packen wir uns jeweils einen Jutebeutel mit etwas Kleingeld, Sonnencreme, Handtüchern und was man sonst noch so brauchen könnte und ziehen los um den Strand von Sanur zu erforschen. Wir haben es damit auch eher eilig, da Sarah gerade anfängt ihr Domizil zu den Klängen von schrecklichem Schranz zu putzen.

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Wir nehmen direkt Kurs auf ein Strandkaffee, das uns von Foursquare angeboten wird. Der Cappuccino sieht lecker aus, kann aber mit dem Edelkaffe aus München oder selbst Starbucks nicht mithalten. Muss er auch nicht. Denn hier zählt der Strand und das feeling und das passt soweit.

Ghostuccino - Cappuccino with Ghost Latte Art

Nach dem Kaffee zieht es uns nördlich den Strand entlang, an dem ich mir einbilde, dass wir für den ein oder anderen Passanten eine kleine Attraktion darstellen. Heimlich machen sie Fotos von uns zwei, da sie scheinbar nicht oft von Besuch aus dem fernen Westen bekommen. Vielleicht haben sie aber auch nur zufällig in unsere Richtung fotografiert und dabei gekichert :)

Der Rest in Sanur ist leider etwas unspektakulär. Auf der Suche nach lokalen Attraktionen, werden wir von Mc Donalds, Starbucks, Pizza Hut und Co geblendet…

Zum Glück kennt sich unsere Gastmutter Sarah in ihrem Viertel wunderbar aus und zeigt uns zusammen mit ihrem Ehemann Eddie den nebenan liegenden Nachtmark, auf dem wir uns auf eine indonesische Nudelsuppe Bakso Ayam einlassen. Absolut lecker!!!

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7 Kommentare

  1. Madi sagt

    Super – das ihr so eine super Gastmutter getroffen hat – so etwas ist perfekt. Hoffentlich lernt ihr noch viele einheimische kennen – viel Glück und Freude dabei.
    Gruß Madi

    • Ja, ist echt klasse hier. Unsere Behausung auf Gili A ist auch toll. Haben gleich mal um 2 Nächte verlängert

  2. Timm sagt

    Macht immer Spaß Eure Texte zu lesen und Fotos zu gucken. Hoffe es geht Euch gut. Liebe Grüße Timm

    • Danke danke, wir bemühen uns :)
      Uns geht es soweit gut. Der Sonnenbrand wird langsam zu einer Urlaubsbräune … daher alles supi.
      Naja, außer der Blick Richtung Bundesliga schmerzt ein wenig…

  3. Michael sagt

    Hi,

    Toller Blog! Meine Bali Erfahrung ist bisher sehr positiv, ich befinde mich aber momentan noch im Touristen-Exil Nusa Dua was mit Bali wohl soviel gemein hat wie Sibirien mit Mauritius.

    Wie hieß denn eure gute Unterkunft auf Gili Air? Wollen auf jeden Fall auch noch auf eine der drei gilis.

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